* BRB Probenwochenende vom 06.-08.03.2020

Einblick ins Tagebuch der Lobhudeleien:

Liebes Tagebuch,
ich freue mich so sehr! 10 Jahre BlackRiverBrass, riesige Vorfreude auf drei Jubiläumskonzerte und jetzt zwei Tage Musik, Musik und noch mal Musik mit der kompletten Mannschaft!
Beste Aussichten also für ein fröhliches Probenwochenende, für das in diesem Jahr unser Tubist Stefan verantwortlich zeichnete. In seiner oberfränkischen Heimat bezogen wir deshalb am späten Nachmittag bei der „singenden Wirtin“ Simone unser Quartier.
Ihrem Titel gerecht wurde die Chefin bereits bei der Ankunft, als sie uns ein fröhliches „Musikanten herbei“ (kennt man, aber von wem war das noch mal?) entgegenträllerte. Überhaupt hatte Simone jederzeit ein Lachen, einen freundlichen Spruch und selbstverständlich ein passendes Lied auf den Lippen und für uns, natürlich nicht minder wichtig, eine Schwester, die mit ihrem Team in der Küche die schmackhaftesten Gerichte zauberte. Ich erwähne hier als besondere Schmankerl und leider wohl nur für Insider verständlich „Hering nicht aus der Dose, sondern aus dem Eimer“ und „Rinderzunge“ – oh, Philipp😊
Bevor wir diese zum ersten Mal genießen durften, stand allerdings noch die erste Probe an. Stefan hatte die Kreuzbergkirche im Nachbarort als Probendomizil vereinbart. Eine gute Wahl!
Bemerkenswert: alle hatten das Hotel und die Kirche gefunden und saßen pünktlich um 18 Uhr spielbereit im Probenraum.
Halt!! Etwas – nein jemand fehlte doch! Wo war er? Was war los? Wann kommt er? Weiß jemand was? Erste kleine Panik brach aus. Hans, unser Mann mit dem Überblick und einer Sprachnachricht auf dem Handy, konnte schnell Entwarnung geben. Beruhigt euch! Philipp kommt, er verspätet sich etwas, hat sich – nein, seine Familie ausgesperrt – oder so. Gott sei Dank, er kommt! Ein Probenwochenende ohne unseren Dirigenten, das gäbe musikalische Anarchie und die haben wir abgeschafft 😊 Ok, dann eben kurzes Einspielen und dann Ansagen vom Vorstand.  Wer? wie? wo? was? wann? …. unser 10-jähriges Jubiläum steht vor der Tür.
Wo bleibt er denn, der Philipp? …. ahhh! Da ist er ja, endlich!
Dass Philipp ein fähiger Dirigent ist und unsere heterogene Truppe seit 15 Monaten gut zu führen weiß, das ist bekannt – uns zumindest – er hat einen Plan (musikalisch), kann mit jeder unserer Befindlichkeiten umgehen, spart mal mehr mal weniger mit Lob, auch um Reserven zu mobilisieren und setzt dieses ganz bewusst ein, oft verbunden mit einem großen ABER. An diesem Abend dauerte es keine 30 Minuten und schon hatten unsere Horn in C Bläser ihre erstes Lob (Margit und Erich), weitere 10 Minuten später wurde der tiefe Posaunenton aus Haralds „kleiner Kiste“ vom Chef als „geil“ bezeichnet. Ok, alles gerechtfertigt … wir anderen mussten ohne Lob zum Essen. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch, jeder kann sich ja in den kommenden Proben noch bewähren und auch ein Lob ergattern.

Für den Samstag hatte Stefan – was für ein Organisationstalent – als Überraschung seinen Bruder Michael, einen preisgekrönten Professor von der Hochschule für Musik in Lübeck als Gastdirigenten engagiert. Wow!  Wir erstarrten fast in Ehrfurcht! Michaels Spezialmetier ist das Spiel auf der Posaune oder dem Euphonium und deshalb wurde BRB für fast 2 Stunden getrennt – Bass und Tenor bei Michael – 1. Stimme und 2. Stimme bei Philipp. Über die Probe bei Philipp kann ich leider nicht viel schreiben, aus zuverlässiger Quelle habe ich allerdings vernommen, dass sowohl der Sopran (Lili, Kiki, Petra, Tom und Hans) als auch der Alt (Margit, Erich, Frank, Klaus, Claude) mehrfach (!) von Philipp gelobt wurden. Unglaublich! Bass und Tenor wurden von Michael ½ Mal gelobt – Puh, die Nordlichter sind ja noch sparsamer mit ihrem Lob als die Franken.  Dafür haben wir sehr fleißig an unserem Ausdruck und Ego gearbeitet. Endlich ein Dirigent, der weiß, wie sich Tenöre und Bässe in einem Ensemble fühlen können, in dem die Trompeten zahlenmäßig überlegen sind. Das abschließend gemeinsam gespielte Stück zeigte jedenfalls, dass beide Herangehensweisen der Dirigenten zum Erfolg geführt hatten. Danke Michael! Danke Philipp!
Nach dem Mittagessen trafen wir uns zu zwei weiteren Probenblöcken wieder und bereits innerhalb der ersten halben Stunde wurde zuerst der Bass (Stefan, Gitti, Petra, Hanna) gelobt und knapp 5 Minuten später auch der Tenor (Angela, Lilly, Harald und wieder Hanna – gut, wenn man in beiden Stimmen mitspielt 😊), Gitti erhielt ein Sonderlob, was sie auf ihrem eh schon erhöhten Sitzplatz noch weiter anwachsen ließ. Nach so viel positiver Ermunterung durften sich alle erstmal bei Kaffee und mitgebrachten Kuchen erholen. Die Stimmung war mehr als gut!
Ob dieses Stimmungshoch unseren Tom dazu verleitet hat, einen Miniaufstand zu proben, in dem er seinen Einsatz unbedingt mit Auftakt spielen wollte, ist nur eine Vermutung, Philipp ließ es ihm nicht durchgehen. Von unserer zweiten Probenrunde am Nachmittag ist noch erwähnenswert, dass ganz plötzlich und wie aus dem Nichts, unserem Dirigenten ein Lob ausgesprochen wurde. Wie? Frank hatte diesen guten Einfall, ich weiß zwar nicht mehr, was er gelobt hat, aber dem Philipp musste das wie eine warme Dusche vorgekommen sein, denn kurze Zeit später schickte er uns zum Abendessen zur wieder glänzend aufgelegten singenden Wirtin – natürlich mit dem Hinweis, dass später noch einmal geprobt wird.
Die Probe nach dem Essen verlief so, wie Proben verlaufen, wenn man als Gruppe schon den ganzen Tag zusammenhockt, sehr gut und vor allem reichlich gegessen hat, das ein oder andere Steinbier oder Steinradler seinen Abnehmer gefunden hat und der Ansatz so langsam schwindet, die Stimmung aber weiterhin glänzend ist. Philipp revangierte sich bei Frank für die warmen Worte vom Nachmittag. O-Ton: „Toll, Frank! Hast du das geübt?“
Ich persönlich glaube ja, dass Philipp den Sopran und Alt in der Einzelprobe am Vormittag über Gebühr gelobt hat, denn in der abendlichen Probe folgte ein Feuerwerk an Lob für den Bass. Kurz vor Schluss entkam Philipp noch ein „mit dem Bass fällt und liegt alles“ …. die Stimmung kochte über. Was für ein Motivationskünstler unser Philipp!

Für den Sonntag hatte uns die Kirchengemeinde eingeladen, den Gottesdienst mit Taufe musikalisch zu begleiten. Dieser Bitte kamen wir sehr gerne nach, konnten wir uns so auch für die Gastfreundschaft ganz herzlich bedanken. Unseren musikalischen Dank schickten wir auch noch an Simone und ihr Team mit einem kurzen Standkonzert vor der Gasthof.
Mit dem gemeinsamen Mittagessen endete ein wunderbares Wochenende, voller Freude am gemeinsamen Musizieren, viel Lob(hudelei) und in unbekümmert gespannter Erwartung der Jubiläumskonzerte. Wer hätte da gedacht, dass sich schon in der folgenden Woche alles ändern würde.
Aber das ist ein anderes Thema.

Für unseren Philipp wurde der rote Teppich ausgerollt!

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